JEIN. MIT AMBIVALENZ IN ORGANISATIONEN ARBEITEN

Geh mit mir.... Ja, aber... . Wer von uns hat noch keine Ambivalenzen erfahren müssen bzw. dürfen? Man scheint gefangen in einem Entweder–oder, einem Ja oder Nein, ein Drittes scheint ausgeschlossen. Ambivalenz wird mit Vorstellungen und Gefühlen verbunden, die als Hin- und Hergerissen, Pendeln, Zögern, Zweifeln oder Schweben beschrieben werden. Ambivalenzen aller Art gelten als Merkmal gegenwärtiger, „postmoderner“ Gesellschaften und sie nehmen gewaltig zu. Ambivalenz ist ein individuelles und gesellschaftliches Urphänomen, ein Spannungsfeld, das zur alltäglichen Erfahrung in Coachings und in der Organisationsberatung gehört. Wie dieses Spannungsfeld, das sich im Erleben von Ambivalenz unterschiedlichster Formen auftut, fruchtbar werden kann, war Thema der Kurztagung 2015.

Ambivalenzen, richtig erkannt und genutzt, sind die Produktivkräfte kreativen Denkens und Handelns schlechthin. In der Überzeugung, dass es sich dabei um ein – auch systemisch – überaus entwicklungsfähiges Konzept handelt, haben wir im Dialog mit international renommierten Experten seine Potentiale ausgeleuchtet, um differenzierte Hand- und Denkwerkzeuge für die Arbeit mit Ambivalenz in Organisationen zu formulieren. Wir haben die Sensibilität und Achtsamkeit für Ambivalenzen in Organisationen geschärft und die Befähigung zum kreativen Umgang damit als – vergessene – beraterische Grundkompetenz gehalten. Die Teilnehmer sind mit uns auf die Reise durch die Ambivalenzen sozialer Systeme gegeangen, und haben mit uns gemeinsam ein systemisches Vademecum (lat. geh mit mir) erarbeitet.

Referenten: Prof. em. Kurt Lüscher // Prof. Günther Ortmann // Prof. Heinz Klaus Stahl // Dr. Hans Rudi Fischer